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Termin: 25.03.2012 (Sonntag von 10.30 - 13.30 Uhr) Gebühr: 35,- € (3 USt.) Ort: Center Yoga, Frohnkamp 22a, 40789 Monheim
http://www.center-yoga.de
Sema - der Drehtanz der Mevlevi Dervische Der Sufi-Drehtanz geht zurück auf Mevlana Djelaleddin Rumi, der ihn noch spontan und
z.T. ungestüm praktizierte. Erst nach seinem Tode (17. Dez. 1273) entwickelte sich daraus das Sama-Ritual, das in vollendeter Form die spirituelle Reise des Menschen zu Gott und seine Rückkehr als Dienender
darstellt. Jede Geste hat symbolische Bedeutung und wird mit Bedacht und Konzentration ausgeführt.
Der Drehtanz Die Grundlage unserer Existenz - vom Atom bis hin zum Kosmos - basiert auf einer Drehbewegung. So sucht der
tanzende Derwisch im Drehen die Harmonie mit Natur und Schöpfer. Der Drehtanz ist eine der ältesten Techniken der Sufis und eine der wirkungsvollsten. Es ist ein Wirbelsturm und doch in der Mitte ganz ruhig. Dein
inneres Sein wird gleichsam der Drehpunkt und dein Körper zu einem kreisenden Rad. Du wirst die Mitte des Universums, ganz bei Dir und doch mit allem verbunden. Es ist der stille Dialog zwischen dem inneren und dem
äußeren Universum. Musik und Tanz verbinden sich im Rhythmus, der die Brücke schafft zum Pulsschlag des eigenen Herzens, und zur Präsenz der anderen. Der Drehtanz soll aus der Nüchternheit des Alltags über eine
Ekstase (im Sinne der Glückseligkeit der Einigung) in eine Nüchternheit höherer Ordnung führen. So verstanden kann der Drehtanz als eine "Leiter zum Himmel" gesehen werden, oder auch als Teil von Tawhid,
der Wissenschaft der Einheit allen Seins.
Das Sama-,Ritual in seiner vollendeten Form stellt die spirituelle Reise des Menschen zum Göttlichen und seine Rückkehr als Dienender
dar. Jede Geste hat symbolische Bedeutung und wird mit Bedacht und Konzentration ausgeführt. „Mein Himmel und Meine Erde umfassen Mich nicht, aber das Herz Meines gläubigen Dieners umfasst Mich.“ (Hadith Qudsi).
Drei Jahre - 1001 Tage- müssen die Derwische im Grunde die Kunst des "Tretens auf der Stelle" üben. Sie lernen sich im
Kreis zu drehen, ohne äußerlich vom Fleck zu kommen. Das Ziel ist erreicht, wenn die Übenden beim Kreisen den Drehpunkt genau einhalten können. Es beginnt, indem man den Kreis in vier Teile aufteilt. Jeder Teil
dieses Kreises wird mit dem rechten Fuß berührt, dann wird der Kreis in zwei Teile aufgeteilt und die Drehungen sollen mit zwei Stößen des rechten Fußes erreicht werden. Zuletzt soll eine ganze Umdrehung mit einem
Schwung erreicht werden.
“Sama „ heißt "Hören" im Sinne des Hörens auf die zur Einheit führenden Klänge. Das Hören konzentriert sich auf das Wahrnehmen verschiedenster Formen des "Klanges der
Einheit", oder anders ausgedrückt, der "Stimme der Stille". Mevlana zum Beispiel hörte die süße Melodie der göttlichen Frage: “Bin ich nicht euer Herr?” (Sure 7,172). Der Buchstabe “H” am Ende von
Allah weist auf den Hauch hin, in dem letztlich - mit den "Augen des Herzens" - ein Abglanz Seiner Majestät erblickt wird. "HUUUU" rufen die Mevlevis am Ende ihrer Gebete. Muqa-bala wiederum
bedeutet Begegnung, Meditation. Die Begegnung mit dem eigenen göttlichen Licht, aus dem heraus das Licht in allen Geschöpfen erkannt und gesehen wird. Entgegen der üblichen Meinung ist es nicht das Ziel der
Drehenden, in eine Ekstase zu verfallen. Vielmehr dreht man in Harmonie mit der Natur, mit den kleinsten Zellen und den Sternen am Himmelsgewölbe, und wird damit Zeuge der Majestät und Existenz des Schöpfers. Es
ist ein Denken an Ihn, ein Danken und ein Beten zu Ihm.
Die Zeremonie des Sama stellt den spirituellen Weg des Menschen dar: das geistige Wachsen mittels Intelligenz und Liebe bis zur
Vollkommenheit al-Kamal. Im Drehen der Wahrheit entgegen wächst sie durch Liebe, transzendiert das Ego, trifft auf die Wahrheit und erlangt Vollkommenheit. Dann kehrt sie zurück von ihrer spirituellen Wanderung,
befähigt zu lieben und dieser Schöpfung mit allen Geschöpfen zu dienen, ohne Unterscheidung von Glaube, Klasse oder Rasse.
Symbolik der Kleidung Im Ritual des Sama’ symbolisiert der Schwarze
Überhang das Grab, während man diesen ablegt, wendet man sich von dieser Welt. Der Prozeß der Wiedergeburt in der Wahrheit beginnt. Der Hut aus Kamel- oder Ziegenhaar symbolisiert den Grabstein des Ego. Der weiße
Rock repräsentiert das Leichentuch des Ego und damit den Durchgang zum "Eins-Sein". Das persische Wort Derwisch ("Durchgang") und das arabische Wort Faqir (einer der nichts besitzt und von nichts
besessen wird), sind Bezeichnungen, die für Menschen verwendet werden, die auf dem Weg der Liebe zu Gott gehen.
Kleidung Tanura Beim Tanura, der ägyptischen Variante des religiösen Drehtanzes,
tragen die Tänzer weiße Unterkleidung, darüber ein farbenfroher Rock, manchmal auch zwei, davon kann einer ballonartig genäht sein. Weste, Kopfbedeckung (nicht obligatorisch), Schuhe. Mögliche Accessoires sind
Tücher, Zimbeln und Tamburine. Der Rock symbolisiert dabei die Sonnenscheibe. Es gibt Sternen-Tanura oder Regenbogen-Tanura, die das Universum symbolisieren. Die Regenbogenfarben gelten als göttlich. Bei der
Verwendung von Tamburinen stellen diese die Sterne dar.
Die Bedeutung der Bewegungen Zu Beginn der Zeremonie sind die Arme vor der Brust gekreuzt, durch das Kreuzen der Arme erscheint
der Drehende in der Bedeutung der Zahl Eins, als Zeugnis der Einheit Gottes. Diese Haltung verweist auch auf Konzentration und Besinnung und auf eine Abkehr von der Außenwelt die geschlossene Form). Dann öffnen
sich die Arme in zentrifugaler Bewegung bis zu einer lockeren Streckung auf etwas über Schulterhöhe steigend. Die rechte Hand weist nach oben in Richtung Himmel, in der Bereitschaft, die göttliche Wohltätigkeit zu
empfangen; die linke Hand, auf die sich manchmal auch der Blick der Drehenden richtet, wendet sich der Erde zu. Die bzw. der Wirbelnde übergibt Gottes Geschenk jenen, die dem Sama’ beiwohnen und bildet die
Verbindung zwischen der unsichtbaren und der sichtbaren Welt bzw. zwischen der materiellen und der kosmischen Welt. Die Drehbewegung des Sufi-Tanzes ist gegen den Uhrzeigersinn, zwar linksläufig, aber mit rechtem
Fuß antreibend, mithin zum Herzen und nach innen. Der linksläufige Energiestrom unterstützt den Akt der geistigen Konzentration. In der zum Herzen hin drehenden Bewegung mit den offenen Armen werden rechtsläufige
und ausgreifende, offene Bewegungselemente mit introvertierten und mehr konzentrativen,geschlossenen verbunden. Damit wird ein Gleichgewicht zwischen Hingabebereitschaft, Streben nach kosmischer Aufnahmebereitschaft
und Aufrechterhaltung der Realitätsbezogenheit angedeutet. Der Drehende bzw. die mystische Tänzerin steht somit zwischen den Welten gespannt im offenen Raum. Der linke Fuß bleibt meist mit dem Boden verbunden,
denn der Derwisch hat hier, auf dieser Erde, sein Werk zu tun. Der Koran sagt: Steh aufrecht in dieser Welt doch neige dich in der nächsten. Du musst das Gleichgewicht sein zwischen dieser Welt und der künftigen
Welt. Der rechte Fuß gibt den Drehschwung und bestimmt das Tempo der Drehung. Die Linksdrehung hebt die Herzbetonung hervor und deutet auf die weibliche, empfangende Spiritualität und den seelischen Reichtum, wobei
die Beinbewegung auf den Zugang zum kollektiven Unterbewusstsein verweist. Die leichte Rechtsneigung des Kopfes "verbindet mit einer imaginären Linie Gehirn und Herz", und führt die Integration von Gefühl
und Verstand herbei. Die Atmung des linken Nasenlochs wird verstärkt. Im Drehen von rechts nach links ums Herz herum umarmt die Drehende in Liebe die gesamte Menschheit. Der Mensch wurde in Liebe erschaffen, um
zu lieben. Die Sufis sagen "Alle Liebe ist eine Brücke zur göttlichen Liebe; doch wer nie einen Geschmack davon hatte, weiß es nicht.”
Die rituellen Drehungen sollen von allen störenden Gedanken befreien und in Trance versetzen, bei der der Körper das Schwindelgefühl
überwindet. Beim Drehtanz ist die Aufmerksamkeit auf das mehr rezeptive spirituelle und sich-öffnende Erleben der Tänzer konzentriert. Der Tanz wird zum Mittel des hingebungsvollen Einswerdung mit dem Höchsten und
so zum Gottesdienst in engstem Sinn.
Musik, Rhythmen und Instrumente Beim Drehtanz kommen verschiedene Rhythmusinstrumente wie Duff, Bendir, Tar und diverse Flöten zum Einsatz. Der Drehtanz kann
sowohl zum 4/4 Takt als auch zum 2/4 Takt (Ayoub) gedreht werden. Der Tanz beginnt erst langsam und dann wird das Tempo gesteigert.
Literatur/Quellenangaben: Dr. Fawizia Al-Rawi. http://www.sufi-braunschweig.de (Fast der ganze Text, DANKE))
Orientalischer Tanz Folkore und Hoftänze von Havva – Eva Marklowski und Dayed El Joker Raks Shaabi, Zartanz von Gamal Abo Zed
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